Die kontinuierliche Unterstützung der Ärzteschaft zum Beispiel beim Thema Qualitätssicherung und eine qualitativ hochwertige Versorgung von Patientinnen und Patienten sind wichtige Anliegen der Landesärztekammer Hessen (LÄKH). Die Stabsstelle Qualitätssicherung, Versorgungsmanagement und Gesundheitsökonomie (Stabsstelle QS) fördert und unterstützt dies seit 26 Jahren durch ein breit gefächertes Spektrum an Maßnahmen und Aktivitäten. Dies umfasst neben gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben auch die Bereitstellung von Informationen, die Durchführung von Befragungsprojekten sowie die Konzeption und Kooperation bei verschiedenen Fortbildungsformaten. Dazu arbeitet die Abteilung eng mit vielen anderen Abteilungen der LÄKH zusammen. Auch im engen Austausch mit Ärztinnen und Ärzten evaluiert und verbessert sie fortlaufend ihren Service [1].

Neue Leiterin der Stabsstelle QS

Seit dem 1. Januar 2024 hat die Ärztin Katrin Israel-Laubinger, die ehemalige stellvertretende Leiterin, die Leitung der Stabsstelle QS übernommen. Die bisherige langjährige Leiterin Nina Walter wechselte auf die Stelle der Ärztlichen Geschäftsführerin der LÄKH (siehe HÄBL 01/2024, S. 7)

Die Stabsstelle QS zeichnet sich durch ein interdisziplinäres, multi-professionelles Team aus. Die Kompetenzen liegen in den Bereichen Medizin und Public Health, Sozial- und Gesundheitswissenschaften, Gesundheitsökonomie, Epidemiologie und Qualitätsmanagement sowie Methoden der empirischen Sozialforschung. Zusätzlich verfügen die Mitarbeitenden auch über ärztliche und pflegerische Erfahrung [2]. Zum Team gehören die beiden wissenschaftlichen Referentinnen Dr. Dipl.-Soz. Iris Natanzon und Liina Baumann, die die Befragungen der Stabsstelle mitgestaltet haben und regelmäßig neue Auswertungen durchführen. Silke Nahlinger ist als wissenschaftliche Referentin im Aufgabenfeld der Qualitätssicherung tätig und die Assistentin Felizia Lehr übernimmt koordinative Aufgaben sowie die Sachbearbeitung in diesem Bereich. Seit kurzem wird das Team durch zwei neue Mitarbeiterinnen unterstützt. Die Gesundheitsökonomin Dr. rer. pol. Antje Köckeritz nahm im Januar ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Referentin auf. Seit Mitte November 2023 ist zudem Leonie Raven neu im Sekretariat der Stabsstelle tätig.

Themen der Qualitätssicherung

Ein großes und wichtiges Aufgabengebiet ist die Qualitätssicherung. Die Stabstelle QS engagiert sich in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften und Gremien, sodass dieses Thema in vielen verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Stabsstelle fest verankert ist.

Auf der Grundlage der Richtlinie Hämotherapie der Bundesärztekammer berät die Stabsstelle QS die Ärzteschaft und überwacht die Qualitätssicherung bei der Anwendung von Blut und Blutprodukten. Außerdem organisiert sie jährlich einen Erfahrungsaustausch „QS Hämotherapie“ für alle interessierten Akteure in dem Bereich.

Eine ähnliche Veranstaltung wird auch für die Reproduktionsmedizin angeboten. In diesem Bereich gibt es eine bei der LÄKH angesiedelte und ehrenamtlich besetzte Ständige Kommission Reproduktionsmedizin. Die Stabsstelle QS unterstützt hier in Fragen der Qualitätssicherung – es wird in enger Zusammenarbeit mit den hessischen Zentren das QS-Verfahren der AG QS ReproMed umgesetzt.

Ein freiwilliges QS-Verfahren, das seit 2011 angeboten wird, ist das Peer Review von Intensivstationen. Hier unterstützt die Stabsstelle QS die Teilnehmenden bei der Organisation.

Im Bereich der Transplantationsmedizin und insbesondere der Transplantationsbeauftragten gibt es einen regelmäßigen Austausch mit dem zuständigen Ministerium und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Region Mitte [1, 2].

Patientensicherheit und Fortbildungen

Patientensicherheit ist ein wichtiges Ziel der gesundheitlichen Versorgung und ein Leitgedanke für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems [3]. Die Stabsstelle QS betreut dieses Thema im Rahmen einer Artikelserie im Hessischen Ärzteblatt. Seit 2019 werden regelmäßig LÄKH-eigene und externe Projekte und Akteure sowie Neuigkeiten und Maßnahmen zum Thema Patientensicherheit vorgestellt [2].

Im Bereich der ärztlichen Fortbildung ist die Stabstelle QS Kooperationspartner der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung der LÄKH bei verschiedenen Themen wie „Ärztliches Qualitätsmanagement“ oder im Bereich der Hämotherapie und richtet auch eigene Fortbildungsformate zum Beispiel zum Thema Patientensicherheit aus. Informationen und weitere Kurse können über folgende Links eingesehen werden: https://kurzelinks.de/aong bzw. https://kurzelinks.de/dd5u.

Versorgungsforschung und Befragungen

Ein weiterer großer Themenbereich, mit dem sich die Stabsstelle QS beschäftigt, ist die Versorgungsforschung. Hier analysiert sie Fragen der zukünftigen ärztlichen Versorgung in Hessen, beispielsweise zur Arbeitssituation im Berufsalltag, zum Nachwuchsmangel in der Ärzteschaft, zu Herausforderungen beim Einstieg in den Beruf, zu Plänen und Motiven der Ärztinnen und Ärzte von morgen sowie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie [2].

Bereits seit 2009 ist dazu eine Befragung der Absolventinnen und Absolventen der Medizinstudiengänge in Hessen etabliert. Sie findet zweimal im Jahr statt und untersucht die Bedingungen der Ausbildung und die weiteren Vorstellungen zur ärztlichen Tätigkeit. Hinzu kommt seit 2012 die Befragung der Medizinstudierenden. Die Abfrage der gewünschten Fachrichtung oder der beabsichtigen Anstellung im ambulanten oder stationären Sektor kann Aufschluss über die erwartete Anzahl zukünftiger Ärztinnen und Ärzte in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens geben [4].

Gemeinsam mit anderen Abteilungen wurde 2013 auch ein hessisches Weiterbildungsregister aufgebaut. Seitdem erfolgt einmal jährlich über die Weiterbildungsbefugten einer Weiterbildungsstätte eine Meldung zur Anzahl der Weiterzubildenden sowie deren Fachrichtung. Aus den Ergebnissen können Engpässe in der ärztlichen Versorgung ermittelt und diskutiert werden. Des Weiteren gibt es die bundesweite Evaluation der Weiterbildung, die in Hessen von der Stabsstelle QS durchgeführt und ausgewertet wird [4].

Ein weiteres Projekt ist die Meldestelle „Gewalt gegen Ärzteschaft und Team“, die von der Stabsstelle QS implementiert wurde. Seit 2019 haben Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit, Gewalterfahrungen anonym der LÄKH zu melden [5]. Ein Artikel dazu findet sich auf S. 208. Weitere Veröffentlichungen sind auf der Homepage abrufbar: https://kurzelinks.de/dpzd.

Fragen zur Patientensicherheit, zu Qualitätssicherheitsverfahren und zur Berufsausübung sind aktuell und werden uns auch weiter begleiten. Kontinuierlich werden neue Anforderungen an die ärztliche Tätigkeit gestellt. Die Stabsstelle Qualitätssicherung nimmt sich dieser Veränderungen an und wird auch in Zukunft neue Aufgaben und Projekte für die LÄKH und die Ärztinnen und Ärzte begleiten.

Dr. Antje Köckeritz, Katrin Israel-Laubinger

Kontaktdaten

Stabsstelle Qualitätssicherung, Fon: 069 97672-195 (Sekretariat), E-Mail: qs@laekh.de

Internet: https://www.laekh.de/fuer-aerztinnen-und-aerzte/qualitaetssicherung